Auch die neue Ausgabe „Zeitlose Welt der Briefmarken bietet Ihnen eine Vielzahl historischer Highlights.
Angefangen bei den Rentenpfennigen 1923 des Deutschen Reichs über die „Zeitzeugen“ Schiffe Marken aus St. Nazaire, dem „Geheimtipp“ Hitler ungezähnt aus dem Generalgouvernement bis zu den postfrischen Rotaufdrucken von 1949 aus Berlin.
Aus 1 Billion Papiermark wurde 1 Rentenmark: Die erste Ausgabe nach der Hyperinflation 1923
Wenn heutzutage von hohen Inflationsraten die Rede ist, sind wir zum Glück meilenweit von der katastrophalen Situation vor gut 100 Jahren entfernt. Geldpolitische Fehlmaßnahmen und die Folgen des I. Weltkriegs führten zu massiven Auswirkungen auf die Wirtschaft.
Kostete bspw. das Pfund Kartoffeln vor dem Krieg noch 4 Pfennige, so lag der Preis am Höhepunkt der Inflation bei 55 Milliarden Mark. Um diesen verheerenden Verfall der Währung zu stoppen, wurde Ende 1923 die Rentenmark eingeführt und im Verhältnis 1 Rentenmark = 1 Billion Papiermark getauscht. Auch die erste Briefmarken-Serie von 3-100 Pf. erschien noch im Dezember 1923.
Da nahezu die gesamte Auflage aufgebraucht wurde, zählen postfrische Sätze 100 Jahre später zu den gesuchten Serien der 20er-Jahre.

Wertvolle Zeitzeugen der letzten Kriegstage: Die Schiffe Marken aus der Festung St. Nazaire
Ende Mai 1940 besetzte die deutsche Wehrmacht die Hafenstadt St. Nazaire an der französischen Atlantikküste und das ganze Gebiet wurde zur Kriegswerft umgerüstet. Nach gescheiterten Angriffen der Alliierten beschlossen diese 1943 die Stadt unbewohnbar zu machen und zerstörten sie fast vollständig.
Obwohl Bevölkerung und Behören evakuiert wurden, wurde der Postverkehr im Festungsgebiet aber ab Mitte 1944 weiter aufrechterhalten. Wegen Markenknappheit wurde im April 1945 von der Handelskammer eine Aushilfsausgabe ausgegeben. Die beiden ohne Gummierung hergestellten Marken zu 50 C. und 2 Fr. zeigen jeweils eine Galeere unter der Inschrift „Handelskammer von Saint Nazaire – Atlantikfront“.
Da die Stücke in winziger Stückzahl produziert wurden und sehr lichtempfindlich sind, findet man sie heute kaum einmal in einwandfreier Erhaltung.

Geheimtipp: Hitler ungezähnt
Die Marken der Hitler-Dauerserie des Generalgouvernements kommen auch in ungezähnter statt gezähnter Erhaltung vor und einige Werte der Serie gehören inzwischen zu den Seltenheiten.
Der sog. „Standard-Satz“ von 15 ungezähnten Marken mit Führer-Motiv ist eine gesuchte Spezialität und macht jede Sammlung gleich interessanter.

Highlight jeder Berlin-Sammlung: Die postfrischen Rotaufdrucke von 1949
Infolge des II. Weltkriegs wurde Berlin unter Vier-Mächte Verwaltung gesetzt und aus dem übrigen besetzten Deutschland ausgegliedert. Der anschließende Konflikt zwischen der Sowjetunion und den West-Alliierten eskalierte spätestens mit der Währungsreform im Osten und der folgenden Berlin-Blockade. Nicht zuletzt hatte auch das Postwesen mit den chaotischen Umständen zu kämpfen.
Während die ersten Aufdruck-Provisorien in schwarz noch gegen Ost- und West Währung verkauft wurde, änderte sich das bei der 2. Ausgabe. Die 14 Werte mit rotem Aufdruck „BERLIN“ auf der II. Kontrollratsausgabe wurden nur noch gegen Westgeld verkauft und heute sind sie das Herzstück jeder Berlin Sammlung.
Am Schalter war die Serie nämlich nur ca. 8 Monate und die allermeisten Marken entsprechen nach über 75 Jahren nicht mehr den heutigen Qualitätsansprüchen.

Mehr im aktuellen Briefmarken- und Münzkatalog
Diese und weitere historische Zeitzeugen finden Sie in der aktuellen Ausgabe von „Sammeln aktuell“. Entdecken Sie besondere Stücke, die Geschichte greifbar machen.
Dabei wünschen wir Ihnen viel Spaß und freuen uns, schon bald von Ihnen zu hören.
Mit herzlichen Grüßen aus Estenfeld
Ihr Team der WAIGAND Sammlerwelt
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